
Rostocks Oberbürgermeisterin übernimmt Schirmherrschaft für die BTT 2026
4. Mai 2026|
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Herzlich willkommen zum heutigen Interview.
Ich spreche heute mit Hans-Jürgen Schmitz aus der Geschäftsführung von Bembé Parkett über das Unternehmen, seinen Beitritt zur DTHG und die besonderen Anforderungen von Bodenlösungen im Theaterbereich.
Bembé Parkett steht für langjährige Erfahrung im Bereich hochwertiger Holz- und Parkettböden und bringt diese Kompetenz nun auch in den Austausch innerhalb der DTHG ein. Ich möchte mehr darüber erfahren, was das Unternehmen an der Mitgliedschaft reizt, welche Anforderungen Theater an Böden stellen und welche Themen wie Nachhaltigkeit, Sanierung und Tanzböden dabei eine besondere Rolle spielen.
Sanela Kolb: Was hat Bembé Parkett motiviert, Mitglied der DTHG zu werden und was interessiert Sie besonders am Austausch mit Theatern und Veranstaltungsstätten?
Hans-Jürgen Schmitz: Für uns bei Bembé Parkett GmbH & Co. KG ist der Beitritt zur Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DTHG) ein logischer Schritt. Theater und Veranstaltungsstätten stellen besonders hohe und zugleich sehr spezifische Anforderungen an Bodenlösungen – technisch, funktional und gestalterisch.
Der Austausch mit Fachplanern, Technikern und Betreibern ist für uns sehr wertvoll, da wir praxisnahe Einblicke in Abläufe und Herausforderungen erhalten. Gleichzeitig möchten wir unsere Erfahrung aus der Sanierung und dem Neubau hochwertiger Bodenflächen aktiv einbringen und gemeinsam Lösungen weiterentwickeln.
SK: Theater sind Arbeitsort, Erlebnisraum und technischer Betrieb zugleich. Welche besonderen Anforderungen ergeben sich daraus aus Ihrer Sicht an den Boden?HJS: Böden im Theater – ob auf der Bühne selbst, in Foyers, der Gastronomie oder in den verschiedenen Sälen – müssen deutlich mehr leisten als ein klassischer Objektboden. Sie sind gleichzeitig hochbelastete Arbeitsflächen, gestalterisches Element und Teil komplexer technischer Abläufe. Daraus ergeben sich sehr unterschiedliche und teilweise auch gegensätzliche Anforderungen: Auf der Bühne stehen Funktionalität und Sicherheit im Vordergrund. Hier geht es um Belastbarkeit, präzise Ebenheit, definierte Rutschwerte sowie die Flexibilität, auf wechselnde Produktionen und technische Aufbauten reagieren zu können. In Foyers und öffentlichen Bereichen hingegen spielen neben der Strapazierfähigkeit vor allem Gestaltung, Atmosphäre und die Wirkung auf das Publikum eine zentrale Rolle. Gleichzeitig müssen diese Flächen dauerhaft hohen Besucherfrequenzen standhalten und wirtschaftlich zu pflegen sein. In gastronomischen Bereichen kommen zusätzliche Anforderungen wie Feuchtigkeitsbeständigkeit, Hygiene und intensive Reinigungszyklen hinzu. Übergreifend gilt: Theaterböden müssen vielseitig, langlebig und betriebssicher sein. Sie sollen unterschiedlichste Nutzungen ermöglichen, ohne Kompromisse bei Sicherheit, Funktion oder gestalterischer Qualität einzugehen. Genau diese Balance macht die Planung und Umsetzung in diesem Bereich so anspruchsvoll und zugleich besonders spannend.
SK: Ein Boden prägt nicht nur die Nutzung, sondern auch die Wirkung eines Raumes. Welche Rolle spielt Parkett für Atmosphäre, Wahrnehmung und Publikumserlebnis im Theater?HJS: Parkett hat eine starke gestalterische Wirkung. Es vermittelt Wärme, Wertigkeit und Authentizität – Eigenschaften, die gerade im Kulturbereich eine große Rolle spielen. Ein hochwertiger Holzboden beeinflusst die Raumwahrnehmung subtil, aber nachhaltig. Er schafft eine Verbindung zwischen Bühne und Publikum und unterstützt die emotionale Wirkung eines Raumes, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
SK: Viele Theater arbeiten im Bestand oder sogar unter Denkmalschutz. Welche Erfahrungen bringt Bembé bei der Sanierung und Erneuerung solcher Böden mit?HJS: Die Arbeit im Bestand gehört zu unseren Kernkompetenzen. Gerade historische Gebäude erfordern ein sensibles und zugleich technisch präzises Vorgehen. Wir bringen umfassende Erfahrung im Umgang mit denkmalgeschützten Bausubstanzen mit und setzen auf schonende Sanierungstechniken. Dabei verbinden wir den Erhalt der historischen Optik mit modernen Anforderungen an Nutzung, Sicherheit und Langlebigkeit.
SK: Im laufenden Theaterbetrieb bleibt oft wenig Zeit für große Maßnahmen. Wie wichtig sind in diesem Zusammenhang Reparaturfähigkeit, Pflegeaufwand und langfristige Wirtschaftlichkeit?HJS: Das ist ein zentraler Aspekt. Theater arbeiten unter engen Zeitplänen, Ausfallzeiten müssen minimiert werden. Deshalb setzen wir auf langlebige, reparaturfreundliche Systeme, die sich schnell instand setzen lassen. Gleichzeitig achten wir auf pflegeleichte Oberflächen und nachhaltige Materialien. Langfristige Wirtschaftlichkeit entsteht aus unserer Sicht nicht durch niedrige Anfangskosten, sondern durch geringe Instandhaltungs- und Betriebskosten über viele Jahre hinweg.
SK: Nachhaltigkeit wird auch im Kulturbau immer wichtiger. Was bedeutet nachhaltige Bodenlösung für Sie ganz konkret bei Materialwahl, Verarbeitung und Lebensdauer?HJS: Nachhaltigkeit beginnt bei der Auswahl der Materialien und setzt sich über die Verarbeitung bis zur Nutzung fort. Wir setzen auf zertifizierte Hölzer, langlebige Konstruktionen und emissionsarme Produkte. Ein besonderer Fokus liegt auf der Sanierung bestehender Böden, um Ressourcen zu schonen. Ein Boden, der über Jahrzehnte genutzt und mehrfach aufgearbeitet werden kann, ist aus unserer Sicht die nachhaltigste Lösung.
SK: Tanz stellt ganz eigene Anforderungen an einen Boden. Worauf kommt es bei Tanz- und Probenböden besonders an, damit sie sowohl funktional als auch sicher sind?
HJS: Tanzböden müssen in erster Linie die Gesundheit der Tänzer schützen.
Wichtige Faktoren sind elastische Unterkonstruktionen zur Reduzierung der Belastung, eine kontrollierte Rutschhemmung sowie absolut ebene und homogene Flächen. Ergänzend spielen geeignete Tanzteppiche eine wichtige Rolle.
Hier ist höchste Präzision gefragt, da kleinste Abweichungen direkte Auswirkungen auf Sicherheit und Leistungsfähigkeit haben können.
SK: Wenn Sie an die Theater der Zukunft denken: Welche Entwicklungen bei Materialien, Oberflächen oder Nutzungskonzepten werden aus Ihrer Sicht besonders relevant?
HJS: Wir sehen insbesondere drei zentrale Entwicklungen:
Zum einen die zunehmende Multifunktionalität von Räumen, wodurch Böden flexibler und anpassungsfähiger werden müssen.
Zum anderen gewinnt das Thema Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft und langlebige Materialien.
Darüber hinaus wird die technische Integration zunehmen – Böden werden stärker Bestandteil komplexer Bühnensysteme und Nutzungskonzepte.
Zum Abschluss bedanke ich mich herzlich bei Hans-Jürgen Schmitz für das Gespräch und die spannenden Einblicke in die Arbeit von Bembé Parkett.
Es war sehr interessant zu hören, welche Rolle hochwertige Bodenlösungen auch im Theater- und Veranstaltungsbereich spielen. Und an alle, die jetzt Lust bekommen haben, Bembé auch persönlich zu erleben: Die nächste Gelegenheit gibt es auf der Bühnentechnischen Tagung in Rostock am 17. und 18. Juni 2026. Dort könnt ihr das Team von Bembé direkt treffen — am Stand D19 oder über die Homepage: www.bembe.de





