
Flackerlicht 04/26: Handwerker sind die glücklicheren Menschen oder Theater ist nicht oben
13. April 2026Thomas Riedel übernimmt ARRI – ein strategischer Schulterschluss für die Zukunft
|
Getting your Trinity Audio player ready...
|
Thomas Riedel und sein Team, die mit Riedel Communications über Jahrzehnte hinweg die Infrastruktur für einige der komplexesten Live-Produktionen der Welt aufgebaut hat, holt sich mit ARRI nicht einfach einen renommierten Hersteller ins Haus. Er verbindet zwei Welten, die bislang oft nebeneinander existierten: die Entstehung des Bildes und dessen Verteilung, Steuerung und Integration in Echtzeitprozesse.
ARRI steht seit über einem Jahrhundert für höchste Qualität in Kamera- und Lichttechnik. Riedel Communications steht für Netzwerke, Kommunikation und die Fähigkeit, komplexe Produktionsabläufe stabil und synchron zu halten. Zusammengenommen entsteht daraus eine Perspektive, die nicht mehr vom einzelnen Produkt ausgeht, sondern vom funktionierenden Gesamtsystem. Genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser Konstellation.
Für Film und Broadcast ist das ein logischer Schritt. Für Theater und Veranstaltungsbetrieb ist es ein Hinweis darauf, wohin die Entwicklung geht. Die Grenzen zwischen den Disziplinen lösen sich zunehmend auf: virtuelle Produktionen, Echtzeit-Bildintegration, hybride Formate und Streaming sind längst Teil des Alltags geworden. Wer diese Prozesse beherrschen will, braucht integrierte Lösungen – und genau die können aus dieser Verbindung entstehen.
Bemerkenswert ist dabei vor allem die unternehmerische Haltung von Thomas Riedel. ARRI bleibt eigenständig, bleibt in München und bleibt in deutscher Hand. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Ausdruck eines langfristigen Denkens, das auf Entwicklung statt auf schnelle Verwertung setzt. Riedel übernimmt hier nicht nur ein Unternehmen, sondern auch Verantwortung für eine der prägendsten Marken der Branche.
In einer Zeit, in der technologische Kompetenz häufig fragmentiert oder international zerlegt wird, ist das ein starkes Zeichen. Und es lohnt sich, genau hinzuschauen – denn was hier entsteht, wird weit über Theater, Film und Fernsehen hinaus Wirkung entfalten.




