
Der Sommer war schön oder wer die Hosen voll hat, kann schlecht dagegen anstinken
1. September 2026|
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Interview mit Matthias Perathoner, Fachberater Pro-Audio Installation bei CODA Audio
Gute Beschallung fällt im Theater im besten Fall gar nicht auf – sie sorgt dafür, dass Sprache klar verständlich bleibt, Musik ausgewogen klingt und sich der Ton selbstverständlich in den Raum einfügt. Genau hier setzt CODA Audio mit seinen Lösungen für Festinstallationen an.
Im Gespräch mit Matthias Perathoner, Fachberater Pro-Audio Installation bei CODA Audio, geht es um die besonderen Anforderungen an moderne Beschallungssysteme in Theatern, die Bedeutung einer hohen Sprachverständlichkeit und die Frage, warum der Systemgedanke bei der Planung eine immer größere Rolle spielt. Perathoner berät Fachplaner und Theater bei der Konzeption passender Lösungen und kennt damit sowohl die technische als auch die planerische Seite solcher Projekte.
Dabei steht nicht allein der einzelne Lautsprecher im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel aller Komponenten – mit dem Ziel, Planung, Installation und Betrieb als ganzheitliches System zu betrachten.
Sanela Kolb: Herr Perathoner, Sie beraten Fachplaner, Integratoren und auch Theater bei der Planung von Beschallungssystemen. Was sind aus Ihrer Sicht heute die größten Herausforderungen bei einer Festinstallation im Theater?
Matthias Perathoner: Beschallung muss der Vielseitigkeit des modernen Theaters gerecht werden. Die Anforderungen der verschiedenen Theaterformen sind sehr heterogen: Schauspiel, Musiktheater, Sinfonieorchester, Performance, Crossover-Projekte. Im selben Saal kann am Nachmittag ein unverstärktes Konzert stattfinden und am Abend eine Produktion mit hohem Pegel.
Die Kunst ist, bei der Planung alle erdenklichen Anforderungen und möglichen kreativen Ideen zu berücksichtigen, sodass die Beschallungsanlage möglichst nie zum limitierenden Element wird und der Kreativität im Wege steht.
Sanela Kolb: CODA Audio verfolgt sehr stark den Systemgedanken. Was bedeutet „alles aus einer Hand“ bei einer Beschallungslösung konkret – und welchen Vorteil hat das für Planer und Betreiber eines Theaters?
Matthias Perathoner: Ein zeitgemäßes Beschallungssystem besteht aus Lautsprecher, DSP-Systemverstärker und Software. Kommen diese Komponenten aus einer Hand, kennt die Elektronik den Lautsprecher: Presets, Filter und Schutzfunktionen sind aufeinander abgestimmt, und die Daten, mit denen wir simulieren, stammen aus derselben Quelle wie die spätere Einmessung.
Für den Planer heißt das, dass er das Simulationsergebnis später im Haus wiederfindet – Ergebnisse werden vorhersagbar, verlässlich planbar und jederzeit reproduzierbar.
Für den Betreiber heißt es, dass es im Störungsfall einen Ansprechpartner gibt und nicht mehrere Hersteller, zwischen denen vermittelt werden muss.
Sanela Kolb: Gerade im Theater ist Sprachverständlichkeit entscheidend. Welche Faktoren bestimmen, ob Sprache tatsächlich auf jedem Platz klar und natürlich beim Publikum ankommt?
Matthias Perathoner: Sprachverständlichkeit entsteht aus dem Verhältnis von Direktschall zu allem anderen – zu Reflexionen, Nachhall und Grundgeräusch im Raum. Der Zuhörerbereich muss also gleichmäßig mit Direktschall versorgt werden, denn Sprache wird dort am besten verstanden, wo Direktschall ankommt.
Gleichzeitig sollten reflektierende Flächen möglichst nicht angeregt werden, um ungewollte Reflexionen zu vermeiden. Deshalb planen wir gezielt Lautsprechersysteme, deren Abstrahlverhalten sich optimal in die gegebene Architektur einfügt – und zwar über den gesamten relevanten Frequenzbereich, nicht nur im Hochton.
Dazu kommt die Lokalisation: Sprache wird dann als natürlich empfunden, wenn sie von der Bühne zu kommen scheint. Das Ergebnis lässt sich über STI-Werte bereits in der Simulation prüfen, lange bevor der erste Lautsprecher hängt.
Sanela Kolb: Theater sind akustisch und architektonisch sehr unterschiedlich. Wie gehen Sie bei der Beratung vor, wenn ein bestehendes Haus modernisiert oder eine komplett neue Beschallungsanlage geplant werden soll?
Matthias Perathoner: Am Anfang steht das Gespräch mit dem Kunden: Welche Produktionen sind geplant, was funktioniert heute nicht, wo soll das Haus in zehn Jahren stehen? Daraus leiten wir die Ziele ab – Pegel, Abdeckung, Sprachverständlichkeit.
Der eigentliche Planungsprozess ist danach für beide Szenarien sehr ähnlich: Wir bilden den Raum im Modell ab und prüfen in der Simulation, welche Position welches Ergebnis liefert.
Der Unterschied liegt in den Freiheitsgraden. Im Bestand sind Lautsprecherpositionen, Kabelwege und Lastreserven oft vorgegeben, und wir arbeiten innerhalb dieser Grenzen. Im Neubau lassen sich Positionen, Anschlagpunkte und Infrastruktur mitgestalten – vorausgesetzt, wir sitzen früh genug mit am Tisch.
Sanela Kolb: Wie früh sollte ein Fachplaner oder die technische Leitung eines Hauses einen Audiospezialisten in die Planung einbeziehen – und welche Probleme entstehen, wenn das Thema Beschallung erst sehr spät berücksichtigt wird?
Matthias Perathoner: Fachplaner und Technische Leitung kommen im Idealfall bereits mit konkreten Ideen auf uns zu, denn sie sind die Profis für ihr Haus und den geplanten Spielbetrieb. Je früher wir eingebunden werden, desto besser können wir helfen, ein stimmiges Konzept zu entwickeln, das einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und sich optimal integriert.
Wird die Beschallung erst spät berücksichtigt, sind genau die Entscheidungen längst gefallen, die uns am meisten helfen würden: Lautsprecherpositionen, Anschlagpunkte und Lastreserven, Leerrohre und Kabelwege, die Stromversorgung, Sichtlinien und Brüstungshöhen.
Dann geht es nicht mehr um die beste Lösung, sondern um die beste noch erreichbare – und die kostet in der Regel mehr Lautsprecher und mehr Aufwand oder aber Abstriche im Ergebnis.
Sanela Kolb: Lautsprecher sollen im Theater möglichst wenig sichtbar sein und gleichzeitig eine gleichmäßige Beschallung gewährleisten. Wie gelingt dieser Spagat zwischen Architektur, Denkmalschutz, Sichtlinien und akustischer Qualität?
Matthias Perathoner: Der Spagat wird kleiner, je weniger und je kleinere Lautsprecher man braucht – und beides hängt am Abstrahlverhalten. Ein System, das seinen Zuhörerbereich präzise trifft, kommt ohne zusätzliche Stützen aus und beansprucht weniger Fläche.
Dazu kommt das Gewicht: Bei Denkmalschutz und Bestandsstatik ist es oft das entscheidende Kriterium, weil sich ein leichtes System an Positionen unterbringen lässt, die für ein schweres nicht in Frage kommen.
Genau darauf sind unsere Systeme ausgelegt: hohe Performance bei kompakter Bauform und geringem Gewicht. Den Rest macht die Abstimmung mit Architektur und Denkmalpflege – Farbgebung, Einhausung, Positionierung. So lassen sich Ästhetik und Funktion miteinander verbinden.
Sanela Kolb: CODA Audio legt Wert darauf, dass unterschiedliche Lautsprechersysteme miteinander kombiniert werden können und trotzdem ein einheitliches Klangbild entsteht. Wie wichtig ist dieser Punkt gerade in komplexen Theaterhäusern mit Saal, Rang, Logen, Foyer oder Nebenbühnen?
Matthias Perathoner: Moderne Beschallungssysteme bestehen aus vielen Komponenten. Sie sind weit mehr als das klassische Stereo- oder LCR-System. Je mehr Quellen zusammenkommen, desto wichtiger ist es, dass diese so homogen wie möglich sind.
Schließlich sollen alle Gäste das gleiche klangliche Ergebnis erfahren – im Saal, in den Logen, auf den Rängen und unter Rangüberhängen und Balkonen.
Für die Mitarbeitenden haben Systeme aus einer Hand zudem den Vorteil, dass das Klangbild vertraut und einheitlich ist.
Sanela Kolb: Wenn Sie auf die nächsten Jahre schauen: Welche Entwicklungen werden die Planung von Audiosystemen in Theatern besonders verändern – beispielsweise immersive Audiotechnologien, digitale Systemsteuerung oder neue Anforderungen an Flexibilität und Energieeffizienz?
Matthias Perathoner: Das Anforderungsprofil im Theater hat sich mit den technischen Möglichkeiten geändert: Immersive Audiotechnologien werden immer zugänglicher und in vielen modernen Produktionen bereits genutzt. Dafür müssen Lautsprecher an entsprechenden Positionen und die zugehörige Infrastruktur von Anfang an mitgedacht werden – und je mehr Quellen im Raum verteilt sind, desto wichtiger wird ihre Homogenität untereinander.
Flexibilität steht ganz am Anfang unserer Planung, um der Vielseitigkeit des modernen Theaters in der Wiedergabe gerecht zu werden. Ein Beschallungssystem muss Sprache und Musik von leise bis laut gleichermaßen beherrschen.
Hinzu kommt die Energieeffizienz – längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern in den meisten Ausschreibungen fest verankert: Leistungsaufnahme, Materialeinsatz und Lebensdauer werden zu harten Planungskriterien.
Das deckt sich mit dem, woran wir ohnehin arbeiten: Wenn dieselbe Abdeckung mit weniger Lautsprechern gelingt, sinken zugleich Materialeinsatz, Verstärkerkanäle und Leistungsaufnahme. Dazu kommen Systeme, die bis zu 50 % leichter und kompakter sind als vergleichbare Lösungen derselben Leistungsklasse, die Fertigung in Europa mit Solarstrom sowie eine langfristige Ersatzteilversorgung.
Beschallung als Gesamtsystem
Das Gespräch mit Matthias Perathoner zeigt, dass eine gute Beschallung im Theater weit mehr ist als die Auswahl einzelner Lautsprecher. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Planung, Raum, Technik und den jeweiligen Anforderungen des Hauses.
Gerade Themen wie Sprachverständlichkeit, gleichmäßige Beschallung und ein durchgängiger Systemgedanke spielen dabei eine zentrale Rolle. Für Theater und Fachplaner bedeutet das vor allem eines: Je früher die Audioplanung in ein Projekt einbezogen wird, desto besser lassen sich technische und architektonische Anforderungen miteinander verbinden.
CODA Audio setzt dabei auf aufeinander abgestimmte Lösungen und den Anspruch, Beschallung als Gesamtsystem zu denken – von der Planung bis zur fertigen Installation.
Weitere Informationen: www.codaaudio.com




