
Neue Regionalleiter für die Gruppe Nordost der DTHG
24. August 2026|
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So. Der Sommer ist weitgehend durch, und er war super- zumindest meiner.
Die Theater gehen wieder los, die Werkstätten und Lager füllen sich, die Rechner werden hochgefahren und wir müssen uns langsam wieder mit dem Ernst des Lebens beschäftigen.
Schade eigentlich.
Ich bin neulich bei über 30 Grad eine wunderschöne Allee entlanggefahren. Alle Scheiben weit offen, Sonne, Sommer, herrliche Luft. Eigentlich alles gut.
Eigentlich.
Denn am Straßenrand standen in regelmäßigen Abständen riesige Schilder: Eichenprozessionsspinner!
Selbst an einem schönen Sommertag steht also irgendwo einer und warnt dich davor, dass das Leben möglicherweise gefährlich sein könnte. Es gibt eben noch jede Menge anderer, die nicht in Eichen leben.
Da fällt mir doch ein: Wir können inzwischen vor allem eines ziemlich gut: Angst haben.
Vor Borreliose. Vor dem Klima. Vor wirtschaftlichem Absturz. Vor der Rente. Vor zu wenig Nachhaltigkeit. Vor zu viel Nachhaltigkeit. Vor falschen Entscheidungen und natürlich davor, dass irgendetwas passieren könnte, mit dem vorher keiner gerechnet hat.
Irgendetwas ist ja immer.
Dabei ist das mit dem Risiko keine neue Erfindung. Es war nur immer so: die ängstlichen wurden seltener gefressen- vom Säbelzahntiger, meine ich. Die Ängstlichen sterben auch, nur später und eventuell aus Langeweile, oder sie trinken sich zu Tode.
Menschen machen seit einigen hunderttausend Jahren Dinge, ohne vorher genau zu wissen, wie sie ausgehen. Manchmal lief das hervorragend, manchmal sind sie- wie der Ulmer Schneider- grandios gescheitert. Aus beidem haben sie aber gelernt.
Das nennt man dann Evolution.
Heute versuchen wir dagegen zunehmend, den Fehler schon abzuschaffen, bevor überhaupt jemand etwas gemacht hat.
Das wird – so schade es ist- nicht funktionieren.
Wer arbeitet, macht Fehler. Wer entscheidet, kann sich irren. Wer etwas Neues ausprobiert, kann damit auf die Schnauze fallen. Und wer Kunst macht, sollte diese Möglichkeit vielleicht sogar ausdrücklich und wiederholt einplanen. Es gehört einfach dazu. Scheitern als Chance.
Nichts, was wir tun, hat ewigen Bestand.
Warum müssen wir dann für jede Haarklemme eine universelle Norm bauen?
Ohne mich. Der Leitsatz für die neue Spielzeit:
Einfach mal machen.
Nachdenken vorher ausdrücklich erlaubt. Fehler übrigens auch. Dann. Besser machen.
So funktioniert Entwicklung. So funktioniert Evolution. Und erstaunlicherweise hat die es ein paar Milliarden Jahre ganz ordentlich hinbekommen.
In diesem Sinne: Scheiben runter und los. Blick ins grüne Dach der Eichen..




