
So etwas macht man nicht einfach zu – Das Bonner Schauspiel steht zur Disposition
7. Oktober 2026Flackerlicht 10/26: Entwarnung in Köln oder Wer hat eigentlich den Nubbel zum Bauleiter gemacht?
|
Getting your Trinity Audio player ready...
|
Ja, sag mal: Wer kam denn eigentlich auf die Idee, den Nubbel zum Bauleiter der Kölner Oper zu machen? (Das ist mir aus „gut informierten Kreisen“ so zugetragen worden..)
Nach jahrelangen Spekulationen und unseren nun wirklich tiefgehenden Recherchen können wir endlich Entwarnung geben: Die Verwaltung war es gar nicht. Niemand ist Schuld.
Aber wie kam es eigentlich dazu: Ganz einfach: Der Nubbel hat sich beworben. Und zwar hervorragend. Beste Zeugnisse. Das Typ kann alles, ist bestens organisiert und hat den allgemeinen Überblick. Politisch korrekt bis ins Mark, aber nachhaltig und sicherheitstechnisch ganz weit oben.
Er hatte beste Referenzen, Erfahrung, großartige Konzepte und versprach selbstverständlich, Termine einzuhalten und Kosten zu sparen. Woher er die Referenzen hatte, weiß keiner mehr so genau. Aber der Nubbel hat vermutlich gelogen wie gedruckt. Und gegen eine ordentlich eingereichte Lüge mit vollständigen Vergabeunterlagen kann eine deutsche Verwaltung nun wirklich nichts machen. Schließlich muss so ein Verfahren gerecht sein.
Und niemand ist zu sich selbst so gerecht wie der Nubbel.
Nun weiß jeder Kölner, was der Nubbel für ein Typ ist. Der macht, was er will. Der säuft, feiert, sündigt, haut das Geld raus und wenn hinterher gefragt wird, wer den ganzen Mist eigentlich angerichtet hat, war er es sowieso.
Man kann ihm deshalb auch nicht wirklich böse sein. Er ist halt der Nubbel. Nur als Bauleiter war er vielleicht eine etwas mutige Personalentscheidung.Termine hielt er für unverbindliche Veranstaltungshinweise, Baukosten für eine erste Gesprächsgrundlage und seine besondere fachliche Begabung entdeckte er sehr schnell beim Nachtrag.
Meine Güte, konnte dieser Nubbel Nachträge schreiben.
Einen nach dem anderen. Fehlte eine Schraube: Nachtrag. War die Schraube da: geänderte Ausgangslage, auch Nachtrag. Und während auf der Baustelle nicht immer erkennbar war, was gerade wuchs, wuchsen wenigstens zuverlässig die Rechnungen.
Man muss den Nubbel verstehen. Der Mann ist aus Stroh, aber nicht bescheuert. Außerdem nimmt er es echt nicht so genau..
Am Ende kostet die alte Hütte ungefähr das Fünffache. Für das Geld hätte man sie vermutlich mit Blattgold ausschlagen und den Eisernen Vorhang bei Fabergé bestellen können.
Stattdessen steht nun im Wesentlichen wieder das da, was vorher schon da stand. Ein bisschen größer, erheblich teurer und nach dreizehn Jahren endlich fertig.
Der ganz große Wurf? Nun ja. Es war halt der Nubbel.
Und wenn eine öffentliche Verwaltung dreizehn Jahre mit dem offenen Portemonnaie hinter einer Strohpuppe herläuft und bei jedem neuen Nachtrag freundlich fragt: „Reicht dat, oder brauchste noch wat?“, dann kann man dem Nubbel irgendwann wirklich keinen Vorwurf mehr machen.
Letzten Monat wurde es nun tatsächlich eröffnet!
Und damit beginnt endlich der Teil des Verfahrens, den Köln wirklich beherrscht: Der Nubbel wird verbrannt.
Et wor dä Nubbel, der Saukerl.
Und irgendwie ist das auch beruhigend.
Ps. Wer ist eigentlich der Nubbel?
Der Nubbel ist eine kölsche Strohpuppe, der man nach dem Karneval alles anhängt, was man selbst versaut hat. Anschließend wird der arme Kerl verbrannt, und alle anderen sind wieder unschuldig. Ein großartiges Verfahren, das sich offenbar auch im öffentlichen Bauwesen bewähren könnte.




